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Der Mindestlohn ist der Tod der Sozialpartnerschaft!

Die Sozial­partnerschaft hat zum Ziel, für jeden Wirtschaftszweig die beste Lösung zu finden. Des­halb werden Sie sicher unseren heftigen Widerstand gegen die neuesten Vorschläge der Sozia­listen und Gewerkschaften verstehen, die fordern, dass ein Mindestlohn von beinahe 4'000 Franken in der schweizerischen Verfassung verankert wird!

Das wäre nicht nur wirt­schaftlich wenig sinnvoll, sondern würde auch das Ende der Sozialpartnerschaft bedeuten. Warum sollten wir weiterhin Treffen veranstalten und viel wertvolle Zeit investieren, um Arbeitsbedingun­gen zu finden, die für beide Teile akzeptabel und bekannterweise besser als das gesetzliche Minimum sind, wenn der Partnerschaft der Nährboden entzogen wird - durch die Festschrei­bung des Mindestlohns per Gesetz - wo gerade der Lohn das stärkste und meist­diskutierte Element der GAV darstellt?

Sehr geehrte Damen und Herren, die Freiburgische Sozialpartnerschaft funktioniert aber gar nicht so schlecht. Ich möchte nicht zu weit ausholen, aber Sie wissen sicher, dass sich die Verhandlungen im Einzelhandel auf dem Gefrierpunkt befinden - infolge der fehlgeschlage­nen Volksabstimmung vom letzten Herbst, bei der über eine Verlängerung der Ladenöff­nungszeiten bis 17.00 Uhr abgestimmt wurde. Ich weiss, dass der Staatsrat, oder zumindest die Wirtschafts- und Justizdirektoren, noch gerne einen letzten Versuch starten möchten, um die Sozialpartner zusammenzubringen; wir haben positiv auf dieses Anliegen geantwortet, jedoch unter Vorbehalt bestimmter Bedingungen.  Bis jetzt haben sich die Fronten noch nicht bewegt. Hingegen - und das ist das Paradoxe bei der Sozialpartnerschaft - aber ein lebendiges und fruchtbringendes Paradoxon - haben die Gewerkschaften, mit Unterstüt­zung der Arbeitgeberorganisationen, beim Staatsrat praktisch zur selben Zeit eine Ausweitung des GAV auf die Shops beantragt. Wir warten gegenwärtig noch auf die Stellungnahme des SECO. Was die Sozialpartnerschaft betrifft, sollte man also die Hoffnung nie ganz aufgeben.

 

Die Direktion

Jean-Pierre Siggen, Direktor UPCF
Jean-Jacques Marti, STV. Direktor