n° 212 décembre 2009
Solche Löhne für 2010 !
Die Hauptwirtschaftsbereiche, die durch die Gesamtarbeitsverträge (GAV) geregelt werden, konnten kürzlich eine Lohnerhöhung für das kommende Jahr aushandeln. Die Diskussionen fanden bei einer ganz besonderen Stimmung statt, die Rezession hat sich durchgesetzt und die jährliche Inflation hat sich schlichtweg als negativ herausgestellt. Die Gewerkschaften erwarten für das kommende Jahr Lohnerhöhungen zwischen 1% und 2%! Die Arbeitgeberschaft ist im Allgemeinen natürlich gegen eine generelle Lohnerhöhung. In der Regel werden die Löhne 2010 eingefroren, was wegen der negativen Inflation einer Erhöhung von ungefähr 0,5% entspricht. Lohnsenkungen wurden zwar nicht unbedingt empfohlen, sollen aber kein Tabuthema sein. Diese Zahlen betreffen natürlich eine durchschnittliche Erhöhung aller Löhne. Weitere Verhandlungen zielen auf die Mindestlöhne, wodurch einzelne Berufe unabhängig von der wirtschaftlichen Situation aufgewertet werden können. 2009 betrug die effektive Lohnerhöhung über 2%. Für 2010 wird für alle Bereiche eine effektive Erhöhung von weniger als 1% erwartet.
Zum Glück scheint in Freiburg wie in der ganzen Schweiz der Tiefpunkt der Rezession überwunden zu sein und 2010 könnte noch eine positive Überraschung für uns bereithalten. Eine minimale Anpassung der Löhne ist eine logische Konsequenz dieser Krise, natürlich unter Beachtung der Lage der Lohnempfänger. Berücksichtigt man diese Situation, haben wir unsere Mühe mit einigen Gewerkschaften, besonders mit der UNIA, die Störaktionen auf Baustellen angekündigt hat. Diese Drohung belastet nach dem Scheitern der Lohnverhandlungen mit der Elektroinstallationbranche den Kanton Freiburg. Der nationale GAV dieser wichtigen Branche des Ausbaugewerbes sieht keine obligatorische Anpassung vor, verlangt aber zumindest ein Verhandlungstreffen. Wenn die besagte Verhandlung nicht in einer Lohnanpassung mündet, stellen Störaktionen ganz klar eine Verletzung des absoluten Friedens der vom GAV umfassten Arbeit dar. Es ist inakzeptabel, dass bei der bereits angespannten wirtschaftlichen Lage eine Lohnerhöhung gefordert wird. Einmal mehr geht diese Gewerkschaft einfach zu weit!
Die Direktion
Jean-Pierre Siggen, Direktor UPCF
Jean-Jacques Marti, STV. Direktor
Die vollständige Zeitschrift in PDF-Format: Nr 212 Dezember 2009






