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Nr 204 Februar 2009

Wirtschaftskrise: Vorbereitung statt Panik!

 

Allmählich macht sich der angekündigte Konjunkturrückgang in unserem Land bemerkbar. Die ökonometrischen Prognosen werden regelmässig nach unten korrigiert. Obgleich die Finanzmärkte eine scheinbare Stabilität zurückerlangt haben, leidet die wahre Wirtschaftstätigkeit an einer ernst zunehmenden Abkühlung. Je nach Wirtschaftszweig schlägt die Schockwelle dabei auf ganz unterschiedliche Art und Weise zu. Die exportorientierten Branchen trifft die konjunkturelle Verlangsamung natürlich in voller Wucht. Der Kanton Freiburg gewinnt 60% seines BIP über den Export ins Ausland. Demnach ist die Folge für uns ein rapider Anstieg der Arbeitslosigkeit, deren Quote sich von 3% im Dezember auf 3,4% im Januar erhöht hat und damit über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 3,3% liegt. Mehr als zwanzig Unternehmen waren gezwungen, auf Kurzarbeit zurückzugreifen; 2000 Arbeitnehmer sind davon betroffen. Im westschweizerischen Vergleich kommt Freiburg dennoch relativ gut bei weg. Der FAV verfolgt die Entwicklung der Wirtschaftskrise in unserem Kanton mit grosser Aufmerksamkeit. Eine kürzliche Umfrage ergab, dass die Mitglieder unseres Dachverbandes relativ heiter zu Tage gehen. Auch wenn sich im Baugewerbe eine starke Unruhe bezüglich der kommenden Monate bemerkbar macht, hält der industrielle Sektor an sich augenblicklich der Krise Stand! Die Auftragsbücher reichen noch für einen Grossteil des laufenden Jahres; hingegen droht dem Handwerk ein schmerzvolleres 2010. Glücklicherweise ist der Kanton Freiburg der Sache vorangegangen und hat eine Task-Force aufgestellt. Der Staatsrat wendet sich an alle betroffenen Gebiete. Ein Unterstützungsprojekt für die Exportunternehmen, wie beispielsweise denen des Binnenmarkts, wird zurzeit in der Volkswirtschaftsdirektion diskutiert. Der FAV befürwortet das Vorhaben und versichert der Regierung seine vollste Zusammenarbeit. Wohlgemerkt erwarten die KMU vom Kanton ebenso, dass er die aktuellen Rahmenbedingungen durch Flexibilitätseinschränkungen des Arbeitsmarktes oder Erhöhung der Unternehmenssteuer nicht weiter verschlechtert. Zusammenfassend gesagt: Die KMU müssen sich ernsthaft auf einen Auftragsrückgang vorbereiten und dabei keinesfalls in Panik geraten. Sie würden sonst allgemeine Verwirrung riskieren und so den Konsumzurückhalt gerade in Zeiten, in denen ein gutes Konsumklima eine weitere Benachteilung der Wirtschaft und der Unterstützungspläne unterbinden kann, schüren.


Die Direcktion


Jean-Pierre Siggen, Direktor UPCF
Jean-Jacques Marti, STV. Direktor


Die vollständige Zeitschrift in PDF-Format: Nr 204 Februar 2009